Freitag, 23. Oktober 2020

Brücke von Giverny in Wien

547. Episode 

A.E. (Alter Ego): Ich wusste gar nicht, dass du ein so grosser Freund der Impressionisten bist ... 
B.D.: ??? 
A.E.: Dein Foto heute, das ist ja eine dieser japanischen Bücken im Garten von Claude Monet in Giverny, und die hat er auch gemalt. Wann warst du dort? 
B.D.: Das ist nicht Giverny, sondern der Türkenschanzpark in Wien. 



Samstag, 17. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (8)

 546. Episode 

A.E. (Alter Ego): Jetzt sieht man, dass das in Wien spielt, in Vor-Corona-Zeiten, so ganz ohne Mund-Nasen-Schutz. Und verrätst du endlich, wer dieser XY ist? 
B.D.: Das ist der H.J., ein Bewohner der analogen Welt. Lässt uns ziemlich in Ruhe, aber manchmal mischt er sich ein - und meistens geht es dabei um Fotos, so wie diesmal auch. Auf den zwei heutigen (und letzten in dieser Serie) sieht man übrigens beide Kameras, die sich gegenseitig in Bild bringen: das Handy, und die Überwachungskamera, die ziemlich direkt neben dem hier kreisförmigen Projektionsdisplay hängt. 















Freitag, 16. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (7)

 545. Episode 

A.E. (Alter Ego): Sind ja ganz nett, diese Fotos - aber wozu eigentlich die Überwachungskamera? Selfies ohne sie sind viel besser und schöner! 
B.D.: Die hier gezeigten Fotos sind Selfies der 2. Ebene: nicht mehr die reale Person wird in ihnen abgebildet, sondern ihr Abbild. Es sind Bilder von den Bildern, die zunehmend massenhaft und automatisiert produziert werden, und sich der Verfügbarkeit der Abgebildeten entziehen.
Die gezeigten Selfies der 2. Ebene sind Versuche einer demonstrativen punktuellen Rückgewinnung des Rechts auf das eigene Abbild. 





















Montag, 12. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (6)

 544. Episode 

B.D.: Manchmal entstehen in diesem Zusammenspiel von Überwachung und Selbstvergewisserung Fotos, die wie Gemälde eines urbanen Fauvismus aussehen. 



Sonntag, 11. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (5)

543. Episode 

B.D.: Manchmal ist es für XY nicht so einfach, die Kooperation der Überwachungskamera zur Erstellung des Selfies zu bekommen: sie lässt sich von tumultösem Geschehen in ihrem Blickfeld leicht und gerne ablenken. 



Freitag, 9. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (4)

542. Episode 

B.D.: Lieber A.E., es braucht keine 3. Kamera, und es ist ein echtes Selfie, und das geht so (vgl. 541. Episode):  

1.    Die Überwachungskamera erfasst den zu überwachenden Raum, und

2.    projiziert das entsprechende Bild in den Display-Kasten.

3.    XY positioniert sich so, dass er von der Überwachungskamera erfasst, und

4.    sein Bild im Display sichtbar wird.

5.    XY fotografiert mit seinem Handy sein Bild im Display der Überwachungskamera, und ich veröffentliche es hier, in meinem Blog. 

A.E.: Und wer ist XY?


   

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (3)

541. Episode 

A.E. (Alter Ego): Also, ich war ja immer schon skeptisch bei deinen Überwachungskamera-Selfies (vgl. 539. und 540. Episode); ich habe immer schon vermutet, dass das keine Selfies sind, dass es da eine dritte Kamera gibt, die die Fotos macht, die du jetzt zeigst. 
Und mit deinem heutigen Foto lieferst du den Beweis: vom Handy, mit dem da angeblich ein Selfie gemacht wird, ist nichts zu sehen! Und der Mann, der dir bekannt vorkommt, sieht auch nicht nach Selfie aus, sondern eher wie jemand, der aus dem Bild will. 
B.D.: Und wo soll sie gewesen sein, diese angebliche dritte Kamera? Hoch in den Lüften?  Und wer hat mit ihr fotografiert? 
A.E.: Das wirst wohl du gewesen sein, deshalb hast du ja auch diese Fotos ...



Dienstag, 6. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (2)

540. Episode

B.D.: Da ist schon wieder der, der sein Bild im Display einer diesmal anderen Überwachungskamera fotografiert, das ihn zeigt, wie er mit seinem Handy das Bild fotografiert, das die Überwachungskamera gerade von ihm macht.
A.E. (Alter Ego): Und, wer ist das eigentlich? 
B.D.: Irgendwie kommt er mir bekannt vor. 



Montag, 5. Oktober 2020

Selfie mit Überwachungskamera (1)

539. Episode 

Da fotografiert jemand sein Bild im Display der Überwachungskamera, das ihn zeigt, 
wie er mit seinem Handy gerade das Bild fotografiert, das ihn im Display der Überwachungskamera zeigt.  



Samstag, 3. Oktober 2020

das Loch im Schuh


 538. Episode 

B.D. betrachtet mit Interesse das Loch in der Sohle des linken Schuhs. 
Welche Abnützungsdynamik gab ihm die runde Form? 
Und welche Botschaft enthält der rote Ring? 


Freitag, 2. Oktober 2020

die Dominanz der Waagrechten

537. Episode 

B.D. beobachtet am Donaukanal die Dominanz des und der Waagrechten: im Fluss, in den beiden Ufern, in der Bank, ihrer Sitzfläche, ihrer Rückenlehne, ihrem Schatten, im Schatten des Rasens - 
und dann die beiden sich ausstreckenden Arme: 
sind sie auf dem Weg nach unten, bis auch sie die Horizontale erreicht haben und Harmonie einkehrt, 
oder gehen sie nach oben, im Protest gegen die formale Superstruktur des Bildes, und enden im Aufstehen und sich Entfernen der Person?
 
Wäre das der Abschied vom Sommer? 




Freitag, 18. September 2020

der leere Stuhl

 536. Episode 

A.E. (Alter Ego): Warum ist der Stuhl leer? 
B.D.: Wegen der Aussicht. 
A.E.: Aber da sind ja Gräser und Sträucher und Büsche und Blumen!
B.D.: Eben. 



Freitag, 11. September 2020

der Schmetterling auf der Startbahn

 535. Episode

B.D.: Schwierige Piste. Schwieriger Start.  

A.E. (Alter Ego): Schwierige Zeiten. 



Samstag, 5. September 2020

Asphaltschriften (2)

 534. Episode 

B.D.: Dunkler Asphalt auf hellem, wie schwarze Tinte auf weissem Papier - auf dem Weg vom Bild zum Buchstaben? 
















der Blick zurück? 













die Unentschlossenheit? die Multiperspektivität?

Freitag, 4. September 2020

Asphaltschriften (1)

 533. Episode 

B.D.: In letzter Zeit gehäuft werden Strassen und Gehsteige als Schreibunterlage verwendet: in archaischer, stark abstrahierender Form werden individuelles Verhalten und soziale Beziehungen dargestellt. Sind es Bilder, Zeichen, Symbole auf dem Weg zur Schrift? - Im folgenden ein paar Beispiele:














das tete-a-tete?













das Service-Versprechen?


Samstag, 29. August 2020

die hypertrophe Sonnenuhr

532. Episode 

B.D.: Die grosse Sonne wird den 60 schwarzen Strichen an der Turmwand des Doms von Maria Saal einen weiteren hinzufügen. Er wird das Erscheinungsbild der nach ihr benannten Uhr nicht wesentlich verändern und in der Kakophonie der Striche weitgehend unbemerkt bleiben.  



Freitag, 28. August 2020

die Qual der Wahl

531. Episode 

B.D.: Ist die Wahl der Boje tatsächlich eine Qual für das suchende Segelboot? Und ist es überhaupt suchend? - Wir wissen es nicht. 




Donnerstag, 27. August 2020

die Organisation der Abwesenheit

 530. Episode 

B.D.: So hätten sie aussehen können, die leer bleibenden Sonnenliegen im Corona-Sommer 2020. Haben sie aber nicht. Oder doch? Können Fotos lügen? 




Mittwoch, 26. August 2020

rot und blau (3)

 529. Episode 

Wenn Farben, Formen und Funktionen vielfältig interagieren 



Dienstag, 25. August 2020

rot und blau (2)

528. Episode 

B.D.: Wenn mir etwas auffällt, dann neigt es zu: 1. wahrnehmungspsychologischer Penetranz, 2. temporärer Permanenz und 3. Wiederholung - wie derzeit etwa rot-blau (vgl. 527. Episode), diesmal aktiv auch auf der Beziehungsebene: 


 


Montag, 17. August 2020

rot und blau (1)

 527. Episode 

B.D., Freund der Farbe Blau und Feind der Farbe Rot (wobei Ästhetik und Politik kollidieren), beobachtet mit Interesse ihr Aufeinandertreffen in der Verkehrs-Signalisierung zu Wasser und zu Lande. 







Samstag, 15. August 2020

Vulkan Dobratsch

526. Episode 

B.D. sieht den Vulkanausbruch des Dobratsch, Hausberg der Stadt Villach in Kärnten, am 14. August 2020.



Montag, 3. August 2020

das Loch im Himmel

525.Episode 

B.D. sagt, dass das kein Loch im Himmel, sondern ein Loch in den Wolken ist. Der Himmel hat kein Loch, sondern ist ein Loch. 
Das Loch zeigt sich am 29.7.2020 um 20:25 Uhr über Pörtschach, Kärnten. 


Dienstag, 28. Juli 2020

selektive Wahrnehmung: Bücher (2)

524. Episode 

B.D.: 241 mal kommt "Buch" in meinem Blog vor - und doch ist keines wie das andere. 
Eigentlich erstaunlich: so wenig Merkmale, so ähnlich eines dem anderen - aber keine zwei gleichen! 
Noch dreimal aus dem Dom von Maria Saal: 













































Sonntag, 26. Juli 2020

selektive Wahrnehmung: Bücher (1)

523. Episode 

B.D. trifft, ohne ein Treffen zu planen, sein Alter Ego samt meist süffisanten Kommentaren.
A.E.: Wieder ein paar Bücher-Bilder mitgebracht? Haben ja echt gefehlt in letzter Zeit. - Dir fällt aber schon auch auf, wie überrepräsentiert dieses Bücher-Genre in deinen Fotos und überhaupt im Blog ist. 
B.D.: Ja. Und falls dich das statistisch näher interessiert: Es gibt einen Index der den einzelnen Episoden zugeteilten keywords, für alle einsehbar auf jeder Blogseite rechts unten - "Buch" wurde demnach bisher 240 mal vergeben. 
Jetzt also das 241. mal - und gleich für mehrere Bilder, alle aus dem Dom von Maria Saal (Kärnten). 






















































Sonntag, 5. Juli 2020

auf der Hohen Wand

Auf, und nicht An der Hohen Wand 
wird der Felsen zum Gigant, 
das Klettern riskant, 
und der Ausblick fulminant: 
Die Hügel wie ein Band,  
die Wälder grün markant, 
die Felder flach gespannt - 
die Natur als williger Gegenstand 
der Wirtschaft vom Land. 
Der Horizont endlos wie ein Strand, 
der Himmel im blauen Sonntagsgewand - 
alles insgesamt 
ziemlich charmant.
Der Dichter, leicht dissonant, 
verlässt kurzerhand 
und unerkannt 
das voralpine Wand-Land. 


Mittwoch, 1. Juli 2020

an der Hohen Wand (18): der Weg und der Blick

An der Hohen Wand 
scheint die Zeit verbannt. 
Man kommt, man verweilt, man geht - 
die Gegend und ihr Bild aber besteht. 
2 mal derselbe Blick: 
am Anfang nach vorn, am Ende zurück - 
der Weg und die Wand 
unverändert optisch dominant. 

Dienstag, 30. Juni 2020

an der Hohen Wand (17): das Schlagloch

An der Hohen Wand 
sind manche Strassen imposant, 
und andere ziemlich derangiert, 
mit Löchern ausstaffiert, 
farblich grau in grau, 
und auch sonst eher flau. 
Selbst der angedeutete Kreis 
verdient keinen Preis. 
Nichts hält also den Blick, 
und er kehrt zur Wand zurück. 





Montag, 29. Juni 2020

an der Hohen Wand (16): die Bank

An der Hohen Wand 
gibt es neben vertikalem Stand 
auch das Sitzen, das horizontale, 
als schlicht-minimale 
Version: 3 Bretter, 2 Stützen, 
mit viel Zwischenraum und Schlitzen, 
mit viel Luft und Gras und Bäumen, 
und der Freiheit, davon auch zu träumen. 


Sonntag, 28. Juni 2020

an der Hohen Wand (15): das Vogelhaus

An der Hohen Wand 
lebt ein Querulant 
in diesem Vogelhaus. 
Zwar fliegt er ein und aus; 
aber wie lange er jeweils drinnen bleibt 
und an seinen Memoiren schreibt, 
weiss nur er. 
Und auch das erst hinterher. 


Samstag, 27. Juni 2020

an der Hohen Wand (14): Kanaldeckel

An der Hohen Wand 
blickt der Passant
nach oben - 
überragen doch dort droben 
die Felsen die Bäume 
und bilden steinerne Räume,  
die zu schweben scheinen. 
Der Passant, zu zwergenhaft kleinen 
Dimensionen marginalisiert, 
blickt, leicht irritiert, 
zu Boden. Und dort steht geschrieben, 
mit Lettern, in Metall getrieben: 
Fremdling, das ist die "Hohe Wand" - 
sagt Dir Dein Abwasserverband. 




Freitag, 26. Juni 2020

an der Hohen Wand (13): Kühe

An der Hohen Wand 
wird man überrannt 
von frei vazierenden Kühen: 
Sie leben ihre Revuen, 
in vollem Wissen 
um die prächtigen Kulissen. 
Und alles wie-
der mit Geometrie: 
die Kühe horizontal, 
die Felsen vertikal. 
So bleibt alles im Rechten Win- 
kel. Als "stehende Ordnung" mithin. 


Donnerstag, 25. Juni 2020

an der Hohen Wand (12): das senkrechte Haus

An der Hohen Wand 
bringt der Lieferant 
das Haus in Teilen - 
und wie die Felsen es stylen! 
Auch die Kräne 
passen zur senkrechten Szene, 
und der steinerne Hai 
ist für immer dabei. 


Mittwoch, 24. Juni 2020

an der Hohen Wand (11): Strassen-Namen

An der Hohen Wand 
werden alle Strassen benannt: 
nach Orten und Männern 
nach Gasthäusern und Entertainern
nach Tages- und Jahreszeiten 
nach Tieren und Baulichkeiten. 
Besonders weit 
bringt es aber die Selbstbezüglichkeit:  
Sie bleibt das Mass aller Masse - 
daher gibt es auch die "Hohe Wandstrasse". 




Dienstag, 23. Juni 2020

an der Hohen Wand (10): das Tattoo

An der Hohen Wand
liegt ein ausgedehntes Pferde-Land. 
Die dortigen Schimmel, 
bekannt für ihren Body-Fimmel, 
sind stolz auf ihre Tattoos. 
Das ist leicht abstrus: 
sind sie doch schmerzhaft eingebrannt, 
und die Codes weitgehend unbekannt. 


Montag, 22. Juni 2020

an der Hohen Wand (9): der Regenbogen

An der Hohen Wand 
ist ein gelegentlicher Passant 
der Regenbogen. 
Immer äusserst ausgewogen 
steht er plötzlich da, 
dem Kreis so nah, 
irgendwie 
ein direkter Abkömmling der Geometrie. 
Nur: wo ist der Konstrukteur, 
und wer? 
So wie der Bogen kommt, so geht er auch. 
Es bleibt ein feuchter Hauch. 




Sonntag, 21. Juni 2020

an der Hohen Wand (8): Wolken

An der Hohen Wand 
sind die Wolken exorbitant. 
Sie rasen 
dermassen 
dass wir unserem Schauen 
nicht mehr vertrauen. 
Sie verdichten 
zu kompakten Schichten 
und neuen Horizonten 
jenseits der gewohnten.
Sie bilden Leerräume 
für unsere Träume: 
dann zieht ein Yellow Submarine 
still daher und dahin. 

















Samstag, 20. Juni 2020

an der Hohen Wand (7): Bäume

An der Hohen Wand
gibt es einen grossen Bestand 
an Bäumen, 
die in den Räumen 
und Weiten, 
wo sie sich ausbreiten, 
extrem verdichtet stehen - 
selbst fast als Wand anzusehen: 
opak, und hermetisch wie 
exzellente Kalligraphie. 







Freitag, 19. Juni 2020

an der Hohen Wand (6): Reifen

An der Hohen Wand 
gibt es auch einen Autobestand, 
der zumeist nicht sehr sichtbar ist - 
und er wird nicht vermisst. 
Aber wenn dann die Blicke schweifen
entdecken sie Berge von Reifen 
im grünen Gras. 
Im Übermass.