Dienstag, 16. Juni 2020

an der Hohen Wand (3): die schwarzen Schafe

An der Hohen Wand 
wird es manchmal redundant: 
z.B. wenn der Fotograf 
nach dem einen schwarzen Schaf 
nun eine ganze Herde sieht - 
bringt das den grossen Unterschied? 
Ist jetzt das schwarze Schaf das weisse? 
Wenn Ja: Wo enden solche Wendekreise? 



Montag, 15. Juni 2020

an der Hohen Wand (2): das schwarze Schaf

An der Hohen Wand 
gibt es so allerhand: 
z.B. sieht der Fotograf 
hier ein echtes schwarzes Schaf! 
Sie existieren also real, 
und nicht nur rhetorisch-funktional. 
Auch es sieht ihn, 
wird aber unbeeindruckt weiterziehn. 





Sonntag, 14. Juni 2020

an der Hohen Wand (1): der Hai

Die Hohe Wand 
ist ziemlich bekannt: 
nicht weit von Wien, 
schon ein bisschen alpin - 
und doch, so nebenbei, 
wohnt dort ein Hai! 
Und blickt aus der Wand 
aggressiv und penetrant. 




Dienstag, 9. Juni 2020

Best of B.D. (56): die Bibliothek als Geliebte

17.5.2015 - 293. Episode: Library Song Contest





















A.E. (Alter Ego): Als Bewohner der digitalen Welt zeigst du immer wieder eine verdächtige Schwäche für das Analoge ...
B.D.: Ja, wenn es um Bücher und Bibliotheken geht. Die seit dem Song vergangenen 5 Jahre haben daran nichts geändert, im Gegenteil. Und Bibliotheksneubauten sind inzwischen die formal interessantesten und kreativsten Architekturobjekte.
Die digital library dagegen evoziert keine Bilder, sie lebt nur in ihren Funktionen.

Freitag, 5. Juni 2020

Best of B.D. (55): Bücher im Internet

15.3.2015 - 284. Episode: das Internet der Dinge




















A.E. (Alter Ego): Viel hat sich ja nicht getan seither mit den und für die Bücher im Internet. Sie schauen immer noch gleich aus mit ihren Seiten von vorne nach hinten, und auch Amazon verkauft lieber anderes online, wie sich in Corona-Zeiten gezeigt hat.
B.D.: Ja, wie sich überhaupt die Aufregung über das "Internet der Dinge" ziemlich gelegt hat - ist es doch nicht viel anderes als "Dinge im Internet"- wobei ja gar nicht die Dinge selbst im Internet sind, sondern nur ihre 0-1-Repräsentanten. So what?

Montag, 1. Juni 2020

Best of B.D. (54): Bewegungs-Kürzel

21.12.2014 - 272. Episode: Vorbild Wutbürger




















A.E. (Alter Ego): Diese Kürzelei hat es immer schon gegeben.
B.D.: Ja, aber mit dem Internet hat das in den letzten Jahren massiv zugenommen: In den Social Media wird es zum Zeichen und Nachweis der eigenen Kreativität, in Twitter auch zum Ordnungsinstrument und Suchstring, mit Hashtag nobilitiert.

Dienstag, 19. Mai 2020

Best of B.D (53): Symbol des Exclusiven

10.8.2014 - 253. Episode: weisse Handschuhe 





















A.E. (Alter Ego): Die Corona-Gedichte hast du erfolgreich abgewürgt, jetzt kommen wieder deine alten Sachen ... 
B.D.: Im Internet ist nicht nur das, was gestern war, heute schon wieder alt, sondern auch alles, was vor gestern war, heute schon wieder neu. 
Wie neu muss dann heute erst sein, was vor 6 Jahren schon einmal alt war! 

Samstag, 16. Mai 2020

Corona-Gedichte (7): das Ende


B.D. ärgert sich, 
und zwar ziemlich grundsätzlich: 
"Schon wieder ein Corona-Gedicht? 
Reicht es nicht, 
dass in den Zeitungen nichts anderes steht, 
es im TV um nichts anderes geht? 
Und auch im Internet 
und im (Video-)Kabarett 
ist es das einzige Thema - 
und immer nach demselben Schema! 
Der vielleicht etwas andere Blick 
der Lyrik 
erschöpft sich auch 
beim aktuell intensiven Gebrauch: 
Jeden Dichter, jede Dichterin 
zieht es zu Cor-Emotionskitsch hin. 
Darauf kann ich verzichten. 
Deshalb: Schluss mit den Cor-Gedichten! 


Freitag, 15. Mai 2020

Best of B.D. (52): Getränke light

25.5.2014 - 242. Episode: minimalistische Trinkkultur




















A.E. (Alter Ego): Was die verschiedenen Genüsse betrifft, bist du schon seit jeher ein Verächter - zeigt sich hier bei den Flüssigkeiten.
B.D.: Ich bin kein Verächter, aber ein Masshalter - und das werden wir alle werden müssen, sagen nicht nur die Apokalyptiker.
A.E.: Ja, ja, in the long run sind wir alle tot. Aber bis dahin ...

Donnerstag, 14. Mai 2020

Corona-Gedichte (6): das Fernsehen


B.D. liebt die bewegten
Bilder im schwarz belegten 
Saal. 
Aber das ist jetzt anormal. 
Als leidenschaftlichem Kinogeher 
bliebt ihm nur der Fernseher. 
Aber die Filme dort, auch die im Stream, 
egal ob massenhaft oder intim, 
sind plötzlich sehr inkorrekt und alt. 
Sie zeigen den unüberbrückbaren Spalt, 
der zwischen Vor- und Mit-Corona klafft, 
und zwar ziemlich beispielhaft: 
Was dort zu sehen 
sind Menschen, die ohne Maske gehen, 
vom ein-Meter-Abstand nichts wissen, 
sich daher unentwegt küssen. 
Omas, die Enkel herzen, 
Opas, die Geburtstagskerzen 
speichelspeiend ausblasen, 
Fan-Kohorten, die auf grünem Rasen 
liegend Popkonzerten lauschen 
und Körperflüssigkeiten tauschen. 
Es ist eine inzwischen sehr ferne Welt, 
die via Fern-Sehen Einzug hält. 
Seine Gegenwart gibt es dort nicht.
Filme zur Nah-Sicht 
werden nicht gedreht, 
weil das derzeit gar nicht geht.